ALA
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Alpha-Linolensäure (ALA)
Die Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure (ALA) gehört zu den essenziellen Fettsäuren. Chemisch betrachtet ist ALA eine dreifach ungesättigte Fettsäure mit 18 Kohlenstoff-Atomen (C-Atomen) und drei Doppelbindungen.
Der Name ALA stammt vom griechisches linos = Lein, Flachs, was bereits auf das Vorkommen verweist. Der Zusatz Alpha gibt die Lage der Doppelbindung innerhalb der Kohlenstoffkette an und unterscheidet ALA von der Gamma-Linolensäure (GLA). Die ALA liegt – wie in der Natur üblich – in Cis-Stellung vor.
Alpha-Linolensäure ist als mehrfach ungesättigte Fettsäure empfindlich gegen die Oxidation durch Luftsauerstoff, die zur Alterung und Verharzung führt. Dieser Prozess wird auch als Trocknung oder Firnisbildung bezeichnet.
Vorkommen: ALA kommt ausschließlich in der Pflanzenwelt vor, weshalb sie auch als das pflanzliche Omega-3 bezeichnet wird. Dabei liegt ALA nicht in freier Form vor, sondern ist als Triglycerid an Glycerin gebunden. Wir nehmen pflanzliches Omega-3 insbesondere durch Pflanzenöle mit der Nahrung auf, dabei haben die verschiedenen Öle einen unterschiedlichen Omega-3-Gehalt.
Die höchsten Gehalte an pflanzlichem Omega-3, der Alpha-Linolensäure (ALA), weisen das heimische Leinöl (bis zu 57 Prozent) und das Öl der mexikanischen Salbeipflanze Chia (bis zu 65 Prozent) auf. Andere Quellen sind von untergeordneter Bedeutung. Hanföl enthält etwa 17 Prozent ALA, Walnussöl 15 Prozent und Rapsöl und Sojaöl neun bzw. acht Prozent. Alle anderen pflanzlichen Öle haben einen noch geringeren bzw. gar keinen ALA-Gehalt.
Bedeutung für die Gesundheit: Alpha-Linolensäure (ALA) wird rasch und problemlos aus dem Darm resorbiert. Im Körper wird ALA dann wieder in körpereigene Fette (Lipide) umgesetzt und damit gebunden. ALA ist ein wichtiger Bestandteil der Phospholipide, die wiederum ganz wesentlich am Aufbau der Zellmembranen ((bitte verlinken mit „Membranaufbau“)) und der Membranen von Zellorganellen (Mitochondrien, Lysosomen) beteiligt sind. Der Rolle von ALA in den Phospholipiden der Zellmembranen ist zweifach. Einerseits erhöhen ALA und andere mehrfach ungesättigte Fettsäuren die Fließfähigkeit (Elastizität, Verformbarkeit) der Membranen, was z.B. die Funktionsfähigkeit der Blutkörperchen und damit die Durchblutung verbessert (Herz-Kreislauf-Wirkung). Andererseits stellen die Phospholipide einen Speicher für ALA dar, aus dem bei Bedarf freies ALA aktiviert wird. Freies ALA wird dann enzymatisch zu den hoch wirksamen Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) umgewandelt.
Besonders stark vertreten sind Phospholipide in Nervenzellen, weshalb auch das Gehirn den höchsten Anteil an ALA und anderen mehrfach ungesättigten Fettsäuren besitzt. ALA ist somit von hervorragender Bedeutung für die Funktionsfähigkeit von Nervenzellen. So ist auch zu verstehen, dass eine ausreichende Zufuhr von ALA besonders bei einem sich entwickelndem Gehirn (Schwangerschaft und Stillzeit) von großer Bedeutung ist.


