Docosahexaensäure

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Docosahexaensäure(DHA)

Vorkommen und Biosynthese

Docosahexaensäure (DHA) ist eine sechsfach ungesättigte Omega-3-Fettsäure mit 22 Kohlenstoff-Atomen. Sie gehört zu den essenziellen Fettsäuren. In der Natur kommt sie in fetten Kaltwasserfischen vor, die DHA über die Nahrung (Algen, Plankton) aufnehmen. Zusammen mit einer weiteren Omega-3-Fettsäure, der Eicosapentaensäure (EPA) erreicht DHA Konzentrationen von 3,7 Prozent im Thunfisch, 2,8 Prozent im atlantischen Hering, 2 Prozent in Bückling, Ostseehering und Makrele, 1,4 Prozent in der Sardine und 0,5 Prozent oder weniger in Butt, Scholle, Lachs und Dorsch.


Da DHA in der Pflanzenwelt nicht vorkommt und in der Menschheitsentwicklung nicht jeder Zugang zu Fischen hatte, kann der Mensch DHA selbst herstellen. Im engeren Sinn ist DHA also eigentlich keine essenzielle Fettsäure. Voraussetzung für die Herstellung von DHA in der menschlichen Leber ist aber die Zufuhr einer anderen, nur im Pflanzenreich vorkommenden essenziellen Fettsäure, der Alpha-Linolensäure (ALA), die in besonders hohen Konzentrationen im Leinsamen (Leinöl) vorkommt.

Zu etwa zehn Prozent wird die aufgenommene ALA im menschlichen Körper enzymatisch in die EPA und diese dann in die DHA umgewandelt. Die Synthese schließt eine zweimalige Verlängerung der Kohlenstoffkette um je zwei C-Atome und die mehrmalige Einführung einer Doppelbindung (Dehydrierung) ein.



Biologische Wirkungen

Die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA stellen die wirksamsten Vertreter der essenziellen Fettsäuren dar. Freie DHA wird rasch und problemlos vom Körper aufgenommen (Resorption aus dem Darm). Aus Fetten (Triglyceride) wird DHA im Darm enzymatisch freigesetzt und dann resorbiert. Im Körper wird DHA dann wieder in körpereigene Fette (Lipide) umgesetzt und damit gebunden. DHA ist ein wichtiger Bestandteil der Phospholipide, die wiederum ganz wesentlich am Aufbau der Zellmembranen und der Membranen von Zellorganellen (Mitochondrien, Lysosomen) beteiligt sind.

Die Rolle von DHA in den Phospholipiden der Zellmembranen ist zweifach. Einerseits erhöhen DHA und andere mehrfach ungesättigte Fettsäuren die Funktionsfähigkeit (Elastizität, Verformbarkeit) der Membranen, was z.B. die Funktionsfähigkeit der Blutkörperchen und damit die Durchblutung verbessert (Herz-Kreislauf-Wirkung), andererseits stellen die Phospholipide einen Speicher dar, aus dem bei Bedarf freies DHA aktiviert wird.

DHA ist direkt oder indirekt an einer Reihe von die Gesundheit schützenden oder fördernden Wirkungen beteiligt. Hierzu gehören:

- Vorbeugung von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems

- Positiver Einfluss auf entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis

- Positiver Einfluss auf depressive Verstimmungen

- Positiver Einfluss auf die Schwangerschaft (Mutter und Kind)

- Verringerung des Risikos, an Late Onset Alzheimer´s Disease (LOAD) zu erkranken

Weiterhin wird die Rolle der Omega-3 Fettsäuren bei der Verhinderung der Entstehung von Krebs diskutiert. Besonders stark vertreten sind Phospholipide in Nervenzellen, weshalb auch das Gehirn den höchsten Anteil an DHA und anderen mehrfach ungesättigten Fettsäuren besitzt. Phospholipide – und also auch DHA – sind von hervorragender Bedeutung für die Funktionsfähigkeit von Nervenzellen. So ist auch zu verstehen, dass eine ausreichende Zufuhr von DHA besonders bei einem sich entwickelnden Gehirn (Schwangerschaft und Stillzeit) von großer Bedeutung ist.

Die Empfehlungen für den Tagesbedarf des Menschen unterscheiden sich nach physiologischem Status und dem Krankheitsbild.

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