Herzinfarkt
Aus Omega3-Wiki
Allgemeine Beschreibung, Häufigkeit
Der akute Herzinfarkt ist mit jährlich über 60.000 Toten die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Pro 100.000 Einwohner erleiden jährlich 300 Menschen einen Herzinfarkt. Definiert ist ein Herzinfarkt dadurch, dass (im Gegensatz zur Angina Pectoris) immer ein Gewebsuntergang stattfindet. Dieser erfolgt bei einer 15- bis 30-minütigen Unterbrechung der Versorgung der Herzmuskelfasern mit Blut. In den meisten Fällen treten starke Schmerzen im Brustkorb auf, die in Arme, Schulter, Unterkiefer und Oberbauch ausstrahlen und mit Schweißausbruch einhergehen.
Häufig treten auch Herzrhythmusstörungen auf, die im Fall von Kammerflimmern zum schnellen Tod führen können. Wichtig ist beim Herzinfarkt eine besonders schnelle medizinische Hilfe, die sich auf die Behandlung des Kammerflimmerns mittels Defibrillator, der Schmerzbehandlung, der Sauerstoffversorgung (Maske), der Gefäßerweiterung mittels Nitroglycerin und – nach EKG-Diagnose – auf den Beginn der Behandlung zur Auflösung des Thrombus konzentriert (Lysetherapie). Eine rasche medizinische Versorgung ist von entscheidender Bedeutung für die Prognose des Patienten. Immer noch stirbt etwa die Hälfte aller Patienten mit einem akuten Herzinfarkt innerhalb eines Jahres nach dem Ereignis.
Ursachen und Risikofaktoren
In der ganz überwiegenden Anzahl der Herzinfarkte liegt die Ursache im Einriss eines arteriosklerotischen Plaques (Arteriosklerose) eines Herzkranzgefäßes mit nachfolgender Verstopfung und Unterbrechung der Blutzufuhr des Herzmuskels. Als Risikofaktoren gelten ähnlich wie bei der Arteriosklerose Alter, Geschlecht, Zuckerkrankheit, Bluthochdruck, ungesunde Lebensweise, Stress und Veränderungen im Fettstoffwechsel mit erhöhten Konzentrationen von Gesamtcholesterin, VLDL (engl.: „very low density lipoprotein“), LDL (engl.: „low density lipoprotein“), IDL (engl.: „intermediate density lipoprotein“) und Triglyceriden im Blut sowie erniedrigtem HDL (engl.: „high density lipoprotein“). Auch exzessiver Genuss von Alkohol ist ein Risikofaktor, wenngleich einem mäßigen täglichen Verbrauch auch schützende Eigenschaften zugeschrieben werden, besonders wenn der Alkohol in Form von Rotwein konsumiert wird.
Behandlungsmöglichkeiten
Im Vordergrund eines überstandenen Herzinfarktes steht die Wiedereröffnung des verschlossenen Herzkranzgefäßes. Je eher mit der Auflösung des Pfropfes begonnen wird, desto besser ist die Prognose des Krankheitsverlaufes. Die zur Auflösung des Thrombus’ eingesetzten Medikamente sind Proteinasen, also Enzyme, die Proteine in kleinere Bruchstücke spalten (z.B. Streptokinase, Urokinase) oder Substanzen, die das körpereigene Thrombolysesystem (Plasminogen) aktivieren. Operativ werden die Gefäße eröffnet und mit Stents fixiert bzw. Überbrückungen gelegt (Bypass). Die weiteren Maßnahmen zielen auf die Vorbeugung von weiteren Herzinfarkten und ähneln denen zur Vorbeugung der Arteriosklerose.


