Linolsäure

Aus Omega3-Wiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Linolsäure

Benennung und Vorkommen

Linolsäure (LA) gehört zu den essenziellen Fettsäuren, muss also dem Körper zugeführt werden, um dessen Funktionsfähigkeit zu gewährleisten. Chemisch gehört LA zu der Klasse der Monocarbonsäuren und ist eine Omega-6-Fettsäure. LA ist eine zweifach ungesättigte Fettsäure mit 18 Kohlenstoff-Atomen und zwei in Cis-Stellung angeordneten Doppelbindungen. Der Name LA stammt vom griechisches linos = Lein, Flachs, was auf das früher bekannteste Vorkommen verweist.

LA kommt ausschließlich in der Pflanzenwelt als Triglycerid vor. Die höchsten Gehalte an LA weisen Distelöl (78 Prozent) und Sonnenblumen- und Hanföl (über 60 Prozent) auf, während Lein- und Olivenöl unter 20 Prozent LA enthalten.

Die chemische Gewinnung von LA erfolgt durch alkalische Verseifung der Triglyceride mit nachfolgender Aufreinigung und Trennung der freien Fettsäuregemische.


Stoffwechsel und Biologie

Freie LA wird rasch und problemlos vom Körper aufgenommen (Resorption aus dem Darm). Aus Fetten (Triglyceride) wird LA im Darm enzymatisch freigesetzt und dann resorbiert. Im Körper wird LA dann wieder in körpereigene Fette (Lipide) umgesetzt und damit gebunden. Hohe Konzentrationen von LA finden sich in der Haut und hier speziell in der äußeren Hornschicht (Stratum Corneum).

Die Hornschicht übernimmt die wichtige Barrierefunktion der Haut und besteht aus Ceramiden, deren Hauptbestandteil LA ist. LA ist aber auch ein wichtiger Bestandteil der Phospholipide, die wiederum ganz wesentlich am Aufbau der Zellmembranen und der Membranen von Zellorganellen (Mitochondrien, Lysosomen) beteiligt sind. Die Rolle von LA in den Phospholipiden der Zellmembranen ist zweifach. Einerseits erhöhen LA und andere mehrfach ungesättigte Fettsäuren die Funktionsfähigkeit (Elastizität, Verformbarkeit) der Membranen, was z.B. die Funktionsfähigkeit der Blutkörperchen und damit die Durchblutung verbessert (Herz-Kreislauf-Wirkung), andererseits stellen die Phospholipide einen Speicher dar, aus dem bei Bedarf freies LA aktiviert wird.

Freies LA kann dann in der Leber zu den Omega-6-Fettsäuren Gamma-Linolensäure (GLA) und zur Dihomo-Gamma-Linolensäure (DHGL) umgewandelt werden. Die Synthese schließt eine Verlängerung der Kohlenstoffkette um zwei C-Atome und die zweimalige Einführung einer Doppelbindung (Dehydrierung) ein. Aus der DHGL entsteht durch Einführung einer weiteren Doppelbindung die Arachidonsäure (AA), die eine Schlüsselstellung bei der Herstellung von vielseitig wirkenden Gewebshormonen darstellt.


Tagesbedarf Omega-6

Der Tagesbedarf von LA ist unkritisch, da es in vielen gängigen Fetten in hohen Konzentrationen vorliegt. Als kritisch wird allgemein die zu hohe Menge an Omega-6-Fettsäuren im Vergleich zu den Omega-3-Fettsäuren in der Nahrung angesehen. Zum Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 folgen Sie dem Link.

Persönliche Werkzeuge