Omega-3 und Alzheimer-Erkrankung

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Omega-3 und Alzheimer-Erkrankung (AD)

Ausgehend von der Beobachtung, dass Alzheimer-Patienten im Vergleich zu Gesunden eine geringere Konzentration von Docosahexaensäure (DHA) im Blut und Gehirn aufweisen (1), und in Kenntnis, dass Omega-3 bis zu 60 Prozent der neuronalen Membranen ausmacht und besonders in synaptischen Membranen angereichert wird (2), gibt es seit einigen Jahren die Vermutung einer schützenden Wirkung von Omega-3-Fettsäuren auf die Entstehung von Alzheimer. Aus klinischer Sicht mehrten sich zudem Hinweise, dass die verstärkte Aufnahme von Omega-3 die Wahrscheinlichkeit signifikant reduziert, an Alzheimer zu erkranken (3,4).

Ein Grund für die verringerte Konzentration von Omega-3 in Alzheimer-Patienten wurde in der verstärkten Oxidation von DHA in F4-Neuroprostane gesehen, deren Konzentrationen im Hirn von Alzheimer-Patienten deutlich erhöht ist (5).

Nach jüngsten Untersuchungen in einem zuverlässigen Tiermodell für die Alzheimer-Erkrankung konnte nun gezeigt werden, dass die dreimonatige Zufütterung von DHA oder einer Mischung von DHA und AA, einer Omega-6-Fettsäure, zu einer signifikanten Reduzierung sowohl von als auch von tau führte. Wurde die Mischung von Omega-6 und Omega-3-Fettsäuren für sechs oder neun Monate zugefüttert, verschwanden diese Effekte (6). In einer weiteren vorklinischen Studie (7) konnte dann gezeigt werden, dass Omega-3 die Biosynthese eines besonderen Rezeptors erhöht, dem LR11. LR11 ist in der Lage, APP vor dem Zugriff der Beta- und Gamma-Sekretase zu schützen und damit die Bildung der Aß-Plaques zu verhindern.

Damit gibt es aus dem vorklinischen Bereich wissenschaftliche Beweise für eine positive Rolle von Omega-3 bei der Verhinderung der Entstehung von Alzheimer und deutliche klinische Hinweise für die postulierten Effekte der Omega-3-Fettsäuren.


Literatur

1. Tully AM, Roche HM, Doyle R, Fallon C, Bruce I Lawlor B, Coakley D, Gibney MJ (2003) Low serum cholesteryl ester-docosahexaenoic acid levels in Alzheimer’s Disease: a case-control study. Br J Nutr: 89:483-489.

2. Bazan NG, Scott BL (1990) Dietary omega-3 fatty acids and accumulation of docosahexaenoic acid in rod photoreceptor cells of the retina and at synapses. UPS J Med Sci Suppl: 48:97-107.

3. Morris MC, Evans DA, Bienias JL, Tangney CC, Bennett DA, Wilson RS, Aggarwal N, Schneider J (2003) Consumption of fish and n-3 fatty acids and risk of incident Alzheimer disease. Arch Neurol: 60:940-946.

4. Schaefer EJ., Bongard V, Beiser AS, Lamon-Fava S, Robins SJ, Au R Tucker KL, Kyle DJ, Wilson PW, Wolf PA (2006) Plasma phosphatidylcholine docosahexaenoic acid content and risk of dementia and Alzheimer disease: the Framingham Heart Study. Arch Neurol 69:1545-1550.

5.Reich EE, Markesbery WR,Roberts II, Swift LL, Morrow JD Montine TJ (2001) Brain regional quantification of F-ring an D-/E-ring isoprostanes and neuroprostanes in Alzheimer’s disease. Am J Pathol 158:293-297.

6.Green KN, Martinez-Coria H, Khashwji H, Hall EB, Yurko-Mauro KA, Ellis L LaFerla FM (2007) Dietary Docosahexaenoic Acid and Docosapentaenoic Acid Ameliorate Amyloid-ß and Tau Pathology via a Mechanism Involving Preselinin 1 Levels. J Neuroscience: April 18, 27 (16) 4385-4395

7.Ma Q-L, Teter B, Ubeda OJ, Morihara T, Dhoot D, Nyby MD, Tuck ML, Frautschy SA, Cole GM (2007) Omega-3 Fatty Acid Docosahexaenoic Acid Increases SorLA/LR11, a Sorting Protein with Reduced Expression in Sporadic Alzheimer´s Disease (AD): Relevance to AD Prevention. J Neuroscience: December 26, 27 (52) 14299-14307.

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