Tagesbedarf während der Schwangerschaft

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Tagesbedarf während der Schwangerschaft

Tagesbedarf: Schwangere und stillende Mütter haben einen erhöhten Tagesbedarf an Omega-3. Insbesondere das Ungeborene bzw. der Säugling benötigen die Omega-3-Fettsäuren. Diese gibt die Mutter dem sich entwickelnden Kind über ihren Körper weiter, weshalb es bei der Mutter zu einer regelrechten Unterversorgung kommen kann. In den letzten Monaten der Schwangerschaft und während der Stillzeit wird daher eine erhöhte Tagesdosis von bis zu einem Gramm der hochwirksamen Omega-3-Variante Docosahexaensäure (DHA) empfohlen (1). Das entspricht zehn Gramm der pflanzlichen Vorstufe (zwei Esslöffel Leinöl). Eine Expertenkommission der EU hat sich auf die Empfehlung von 0,2 Gramm DHA für Schwangere festgelegt, wobei keine Festlegung des Einnahmezeitraumes erfolgte (2).


Bedeutung für das Kind:

Omega-3 für Gefühl und Gehirn: Omega-3 scheint für die Entwicklung des menschlichen Gehirns – insbesondere des emotionalen Gehirns – extrem wichtig zu sein. Vereinfacht gesagt sorgt Omega-3 für ausgeglichene Babys und schafft die Voraussetzungen für eine emotionale Stabilität im Erwachsenenalter (2, 3).

So gibt es Hinweise, dass Omega-3 für den Aufbau des emotionalen Gehirns im sich entwickelnden Kind extrem wichtig ist (3), da die Omega-3-Fettsäure DHA bei Embryonen und Säuglingen das Wachstum der die Nervenzellen verbindenden Neuriten fördert. Ein Mangel an DHA verringert indes die Signalweitergabe in die Zelle und verkürzt damit die Lebenszeit der Neuronen (3). In diesem Zusammenhang entscheidend ist die Tatsache, dass die Ausbildung von Neuronen und Neuriten ausschließlich bis zur zwölften Entwicklungswoche möglich ist und später nicht mehr nachgeholt werden kann.

Omega-3 für die Augen: Die hochwirksame Omega-3-Variante DHA wird in der Nervenzellmembran und der Netzhaut angereichert (4), zudem gibt es eine spezifische Wechselwirkung zwischen dem Sehfarbstoff Rhodopsin und DHA-haltigen Lipiden (5). Eine ausreichende Versorgung der werdenden bzw. stillenden Mutter mit Omega-3-Fettsäuren sichert dem sich entwickelnden Kind die optimale Entfaltung seines Gehirns, seines Nervensystems und seines späteren Sehvermögens (2). So gibt es Hinweise, dass Kinder, deren Entwicklung ohne optimale Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren abläuft, ein höheres Risiko laufen, mit geringerer Intelligenz und einem geringeren Sehvermögen ausgestattet zu sein und später an ADHS (Aufmerksamskeits-Defizit-Syndrom mit Hyperaktivität) oder Dyslexie (Lernschwäche) zu leiden. (2, 6-8)

Bedeutung für die Mutter: Studien zufolge soll in Mitteleuropa fast jede zehnte Frau an dem so genannten Baby-Blues (Postpartale Depression) leiden, während in Ländern mit hohem Fischkonsum (also ausreichender Omega-3-Versorgung) Frauen bis zu 30 Mal seltener postpartale Depressionen bekommen. Zudem wurde modellhaft nachgewiesen, dass ein Mangel an DHA zu depressiven Verstimmungen führen kann (9).


Literatur

1: [1]

2: [2]

3: Kim H-Y: Neurotrophic effects of docosahexaenoic acid: mechanistic investigation; ISSFAL (2006), Plenary Sessions 7&8 (http://www.issfal.org.uk)

4: Schmidt K: Omega-3 Fettsäuren. Nutritive und präventive Aspekte Vitaminspur 13; 58-64 (1998)

5: Soubias O, Teague W E, Gawrisch K: Evidence for Specificity in Lipid-Rhodopsin Interactions; J Biol Chem; 281 (44), 33233-33241 (2006))

6: Broadhurst C L et al.: Rift Valley lake fish and shellfish provided brain-specific nutrition for early Homo; Br J Nutr; 79, 3-21 (1998)

7: Crawford M A et al.: The inadequacy of the essential fatty acid content of present preterm feeds; Europ J Pediatrics 157, S23-S27 (1998)

8: Hornstra G et al.: Essential fatty acids in pregnancy and early human development; Eur J Obstetrics Gynecol Reproductive Biology; 20, 57-62 (1995)

9: Rapoport S I: What are the normal rates of human brain metabolism of arachidonic and docosohexaenoic acids when their metabolic balance is altered by dietary N-3 PUFA deprivation? ISSFAL (2006), Plenary Sessions 7&8 ([www.issfal.org.uk])